E-Commerce-Unternehmen in Luxemburg gründen: MwSt., Satzung und Compliance
Mickaël LOC
Expertin für E-Commerce und MwSt. ·
E-Commerce-Unternehmen in Luxemburg gründen: MwSt., Satzung und Compliance
Für die Gründung eines E-Commerce-Unternehmens in Luxemburg ist die SARL mit einem Mindestkapital von 12.000 € die am besten geeignete Form für mittelgroße Strukturen. Anschließend müssen Sie sich bei der luxemburgischen MwSt. registrieren (Normalsatz 17 %, der niedrigste in der EU), das OSS-Verfahren einrichten, wenn Ihre B2C-Verkäufe in anderen EU-Ländern 10.000 € übersteigen, und die DSGVO-Konformität sicherstellen. Luxemburg ist dank seiner wettbewerbsfähigen Besteuerung und seiner zentralen Lage ein idealer europäischer Sitz für den E-Commerce.
Empfohlene Rechtsform
Die SARL ist die am häufigsten verwendete Form für mittelgroße E-Commerce-Unternehmen. Für größere Strukturen oder solche, die Kapitalerhöhungen benötigen, ist die SA oder SAS vorzuziehen. Die SARL-S kann zum Start für Projekte mit geringem Anfangskapital geeignet sein.
E-Commerce-MwSt. in Luxemburg
Seit dem 1. Juli 2021 gilt das OSS-Verfahren (One Stop Shop) für innergemeinschaftliche B2C-Verkäufe. Wenn Ihr Umsatz in EU-Ländern (außer Luxemburg) 10.000 € übersteigt, müssen Sie sich beim OSS registrieren und den MwSt.-Satz des Landes des Käufers anwenden.
MwSt.-Sätze in Luxemburg
- Normalsatz: 17 % (der niedrigste in der EU)
- Zwischensatz: 14 %
- Ermäßigter Satz: 8 %
- Stark ermäßigter Satz: 3 % (Bücher, bestimmte Lebensmittel)
Rechtliche Pflichten für den E-Commerce
- DSGVO-Konformität (europäische Datenschutzverordnung)
- Klare AGB und obligatorische Impressumsangaben
- 14-tägiges Widerrufsrecht für europäische Verbraucher
- Rücksendebedingungen gemäß Verbraucherschutzrecht
- MwSt.-Registrierung in den Ländern, in denen die OSS-Schwelle überschritten wird
Gründen Sie ein E-Commerce-Unternehmen in Luxemburg? Unsere Experten begleiten Sie bei der Gründung der Struktur, der Verwaltung der europäischen MwSt. und der regulatorischen Compliance.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der normale MwSt.-Satz in Luxemburg für einen E-Commerce?
Der normale MwSt.-Satz in Luxemburg beträgt 17 %, der niedrigste in der Europäischen Union. Seit dem 1. Juli 2021 unterliegen jedoch B2C-Verkäufe an Kunden in anderen EU-Mitgliedstaaten dem MwSt.-Satz des Landes des Käufers über das OSS-Regime.
Was ist das OSS-Regime für E-Commerce?
Das OSS-Regime (One Stop Shop) ermöglicht es E-Commerce-Händlern, die in allen EU-Mitgliedstaaten geschuldete MwSt. über eine einzige luxemburgische Anlaufstelle zu erklären und zu zahlen. Es gilt, sobald der Umsatz aus B2C-Verkäufen außerhalb Luxemburgs 10.000 € übersteigt.
Muss ein in Luxemburg ansässiger E-Commerce die DSGVO einhalten?
Ja, die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) gilt für alle E-Commerce-Unternehmen, die an europäische Verbraucher verkaufen. Dies umfasst eine konforme Datenschutzerklärung, die Einwilligung zu Cookies und die Verwaltung der Nutzerrechte (Zugang, Berichtigung, Löschung).
Welches Widerrufsrecht gilt für europäische Kunden?
Europäische Verbraucher haben ein Widerrufsrecht von 14 Kalendertagen ab Erhalt des Produkts. Der E-Commerce-Händler muss den Kunden innerhalb von 14 Tagen nach Widerruf vollständig erstatten.
Welche Rechtsform wird für einen E-Commerce empfohlen?
Die SARL ist die am häufigsten verwendete Form für mittelgroße E-Commerce-Unternehmen. Die SARL-S eignet sich für den Start mit geringem Kapital. Für größere Strukturen mit Kapitalerhöhungen oder Börsengang sind die SA oder SAS vorzuziehen.


